Fliegenfischen auf Cypriniden

Fliegenfischen auf Cypriniden

Das Fischen auf Cypriniden mit der Trockenfliege oder der Nymphe ist spannend und aufregend. Beisst ein großer Fisch an, ist plötzlich der Teufel los.

Kürzlich habe ich auf einer Fliegenfischermesse in Österreich Hermann Klier kennengelernt. Ein sehr sympathischer Mann, der schon auf der ganzen Welt mit der Fliege gefischt hat. Seine Spezialität ist allerdings der Fang von Cypriniden, also Friedfischen. Er fängt dabei Karpfen bis 20 Pfund und darüber – und das mit 16er Vorfächern. Ich wollte wissen, wie es geht und bin mit ihm an die Donau gefahren.

Die richtige Rute

Die Cypriniden schwimmen  in einem Ufergürtel gut 25 Meter von uns entfernt. Hermann hatte drei Ruten dabei. Eine mit Schnurklasse 4, eine mit Schnurklasse 6 und eine mit Schnurklasse 9. „Was meinst du, mit welcher wirfst du am weitesten?“ Ich bin meine Schnurklasse 6 gewohnt, die Rute ist von einer englischen Nobelfirma, und sie ist schön lang. Also zeige ich auf sie. Hermann lacht: „Quatsch, sagt er, wenn du weit werfen möchtest, brauchst du starkes Gerät. Je stärker und je länger die Rute ist, desto weiter wirfst du. Also nimm die Schnurklasse 9.“ Gesagt getan, seine Switch-Rute mit ihren fast 4 Metern wirft spielend über die 25 Meter hinweg. Selbst ein ungeübter Werfer kann damit beeindruckende Weiten erzielen.

Fliegen

Zwei Arten von Nymphen hat mir der Meister empfohlen. Das eine ist rot, das andere schwarz. Um den Bauch windet sich jeweils ein schmaler Silberstreifen. „Damit fange ich 80 Prozent meiner Fische. Der Rest geht auf Trockenfliegen und spezielle Muster, die zur Jahreszeit passen, wie etwa schwarze Käfer.“

Fang

Wir gehen gemütlich am Ufer entlang. Plötzlich bleibt Hermann stehen: „Da draußen ist ein großer Fisch, wahrscheinlich ein Karpfen.“ Ich sehe nichts. „Da, wo die Blasen aufsteigen. Das muss ein Fisch sein!“ Er wirft. Der dritte Wurf landet einen Meter vor dem Fisch und kommt langsam auf ihn zu. Plötzlich ein Zug an der Leine, eine kleine Pause vor dem Anhieb, dann hängt der Fisch. Es ist ein großer Karpfen mit 8 Pfund, der ein gehöriges Theater macht. Aber nach 10 Minuten ist er im Netz.

Ich gratuliere. Hermann strahlt: „So geht das. Die Fische sind da, aber sie sind schwer zu entdecken. Du musst sie vor allem finden können. Wenn du die Fische nicht siehst, fängst du auch nichts. Das wichtigste Utensil, das ich immer dabeihabe, ist meine Polaroid-Brille. Nur damit kann ich die feinen Schatten der Fische erkennen und sie dann anwerfen. Achtzig Prozent meiner Zeit verbringe ich in etwa damit, Fische zu finden. Bis ich das heraus hatte, habe ich lange gebraucht.“

Wenn Sie mehr erfahren möchen

Hermann Klier hat eine sehr gute Website, auf der er seine Erfahrungen weitergibt. Bitte klicken Sie auf http://www.he-kl.de und folgen dem Link. Ich kann Ihnen versprechen: Von dieser tollen Fischerei werden Sie begeistert sein.

Fliegen binden mit Hilfe der Zeitschrift „Fliegenbinden“

Fliegen binden mit Hilfe der Zeitschrift „Fliegenbinden“

Das Binden künstlicher Fliegen kann eine Qual sein oder ein Genuss. Die Zeitschrift „Fliegenbinden“ hilft Ihnen dabei, die richtigen Muster zu finden und sie perfekt wiederzugeben.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich einmal meinen Fliegenbindetisch mit allem Zubehör kunstvoll aufgebaut hatte. Fünf Minuten war ich weg, da fand sich eine neue Binderin: Meine Tochter Natalie. Obwohl sie erst vier Jahre alt war, wagte sie sich an einen Streamer. Er war nicht gerade der allerletzte Schrei, aber mein Binde-Zubehör war ein totales Chaos. Der chaotische Anblick treibt mir heue noch den Schweiß auf die Stirn. Meine Tochter aber strahlte, und den Streamer habe ich heute noch.

„Fliegenbinden“ hilft weiter

Heute würde meine Tochter anders vorgehen. Mit Hilfe der Zeitschrift „Fliegenbinden“ fände sie schnell das richtige Muster, und in kurzer Zeit wäre ihr neuer Streamer fertig. Im Jahr 2013 kam diese Zeitschrift auf den Markt, im Frühjahr 2017 ist das zweite Heft erschienen. Inhalt sind jeweils rund 40 Trockenfliegen, Nymphen und Streamer.

Inhalt

Die Binde-Profis Nadice Stancevic und ihr Mann Igor geben auf rund 100 Seiten genaue Anleitungen zum Binden von Fliegen. Ein Beispiel: Die kleine Steinfliege. Erst wird die Fliege kurz vorgestellt. Dann erfolgt eine Aufstellung des benötigten Materials. Schließlich geben 11 Bilder Aufschluss über die exakte Bindeweise. So geht es weiter mit der Black Cricket, der Upside Down Caddis, der Köcherfliege, dem Caterpillar und dem Rotwidderchen bis hin zur Maifliege. Wenn Sie den leicht verständlichen Anweisungen folgen, erhalten Sie am Schluss ein sehr schönes, hochprofessionelles Ergebnis. Es macht Spaß, die eigenen Lieblingsmuster herauszusuchen und zu vergleichen, wie sich die Bindetechniken unterscheiden – oder einfach von den Meistern zu lernen.

Bezug

Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es ein Buch oder eine Online-Bibliothek, in dem alle in den einzelnen Heften enthaltenen Bindemuster übersichtlich zusammengefasst sind. Ansonsten mein Kompliment: Für 7,90 Euro erhalten Sie eine tolle Zusammenstellung wichtiger Trockenfliegenmuster, Nymphen und Streamer. Eine Anschaffung, die sich sofort lohnt. Wenn Sie das Heft beziehen möchten, so wenden Sie sich bitte an die MuP Verlag GmbH, Nymphenburger Straße 20b, 80335 München, Telefon (089) 1 39 28 42-30 bzw. leserservice@mup-verlag.de. Auch das erste Heft kann dort noch nachbestellt werden.

Wann haben Sie Ihren letzten Fliegenfischer-Kurs abgehalten?

Wann haben Sie Ihren letzten Fliegenfischer-Kurs abgehalten?

Der Sommer ist die richtige Zeit für einen Fliegenfischer-Kurs. Wenn Sie noch nie einen gegeben haben, erhalten Sie hier ein paar Tipps, worauf Sie achten müssen.

Als ich achtzehn Jahr alt war, bekam ich von meinem Vater seine Hardy Kohlefaser-Gerte geschenkt. „Mir ist die einfach zu schnell“, meinte mein Vater, und nun hatte ich das schnelle Gerät im fleißigen Einsatz. Zwei Jahre später besuchte ich einen Fliegenfischer-Kurs bei Rudi Heger in Siegsdorf. Voller Stolz warf ich mit meiner Hardy-Rute – bis sich der Trainer neben mir aufbaute. „Was werfen Sie denn mit dieser Rute so schnell? Das ist völlig falsch! Diese Gerte hat eine langsame Aktion, also müssen Sie sich anpassen und ebenfalls langsam werfen.“ Ich werfe meine Hardy heute noch, und jetzt schön moderat. Rollwürfe mache ich damit über zwanzig Meter hinweg, so viel Kraft bringt die durchgehende Aktion. Eine meiner besten Fliegenruten.

Seit dieser Zeit habe ich viele weitere Fliegenfischer-Kurse besucht – und gegeben. Eine Handvoll Interessierter findet sich immer. Das Vorgehen dabei ist sehr einfach. Zuerst machen wir eine Stunde Wurfübungen. Dabei lerne ich den Teilnehmern den normalen Wurf und den Rollwurf. Die zweite Stunde geht es dann ans Wasser, und dort zeigen mir dann die Schüler, ob sie das Gelernte umsetzen können.

Und die dritte Stunde? Ja, manchmal gibt es eine dritte oder sogar vierte Stunde im Biergarten. Dann krame ich meine alten und neuen Fliegenschachteln heraus, gebe Tipps zu den schönsten Fliegengewässern in Bayern und hole mir umgekehrt Anregungen etwa zum Fliegenfischen in Slowenien. Geben Sie auch mal einen Kurs, Sie werden Freude daran haben.

Das Vorfach – damit fischen die Meister

Das Vorfach – damit fischen die Meister

Ein gutes Vorfach ist das A und O der Fliegenfischerei. Es gibt Unmengen von Angaben für die Längen, die Sie verwenden können. Vier davon und eine Alternative finden Sie hier.

Altmeister Charles Ritz schreibt zum Vorfach: Das Ideal ist die längste Vorfachspitze, die sich noch gut unter Kontrollle halten lässt, wobei Verluste der Kraftübertragung so weit wie möglich vermieden werden sollten. Fazit: Das Vorfach sollte möglichst rasch verjüngt werden.

Seine Empfehlung für das Vorfach P.P.P. Normal für Forellen (2,80 Meter gesamt):

  • 1,10 Meter 0,45 mm
  • 0,90 Meter 0,40 mm
  • 0,15 Meter 0,35 mm
  • 0,15 Meter 0.30 mm
  • 0,50 Meter 0,25 mm
  • End-Monofil

Ritz`Empfehlung für das etwas feinere Äschen-Vorfach (2,80 Meter gesamt):

  • 0,90 Meter 0,45 mm
  • 0,80 Meter 0,40 mm
  • 0,15 Meter 0,35 mm
  • 0,15 Meter 0.30 mm
  • 0,15 Meter 0,25 mm
  • 0,15 Meter 0,20 mm
  • 0,50 Meter 0,17 mm
  • End-Monofil

Nymphen-Vorfach (2,20 Meter gesamt):

  • 0,20 Meter 0,35 mm
  • 0,20 Meter 0,30 mm
  • 0,40 Meter 0,25 mm
  • 0,40 Meter 0.20 mm
  • 1,00 Meter 0,17 mm bis 0,15 mm
  • End-Monofil

Hier noch ein interessantes Trockenfliegen-Vorfach, das von Gary Borger entwickelt wurde und trotz seiner nur drei Teile gut abrollt (3,30 Meter gesamt):

  • 1,50 Meter 0,35 mm
  • 0,80 Meter 0,25 mm
  • 1,0 Meter 0,17 mm
  • End-Monofil

Alternative: Geflochtene Vorfächer

Ich habe in meinem Leben viele Vorfächer gebunden und auch gut damit gefangen. Irgendwann wollte ich dann einfach etwas Neues. Seitdem fische ich mit geflochtenen Vorfächer. Meine ultrafeine Variante ist gedreht und wird vom Seidenschnur-Spezialisten Mike Brookes in Frankreich hergestellt. Sie ist 1,60 Meter lang. und fein verjüngt. An der Spitze ist eine kleine, sehr leichte Schlinge angebracht. An diese knote ich ein Monofil von 0,23 mm Durchmesser, an dessen Spitze ich einen Pitzenbauer-Ring befestige. Den Abschluss bildet das ca. 0,15 mm starke End-Monfoil mit rund 0,50 Meter Länge.

Mit diesem Vorfach komme ich sehr gut klar. Sein größter Vorteil ist, dass das End-Monofil schnell an den Pitzenbauer-Ring angenotet werden kann – das funktioniert auch bei wenig Licht. Als Alternative biete ich auch eine Version zum Nymphenfischen mit roter Spitze an, die man ebenfalls gut sieht.

Weitere Informationen zum Vorfach finden Sie hier: Ultrafeines Vorfach

 

 

 

 

Von Vorfächern – Eigenversuche

Von Vorfächern – Eigenversuche

Das Vorfach kann den Erfolg des Fischertages entscheiden. Welches soll ich nehmen und wie muss ich es befestigen?

Mein Freund Gerd und ich fischen nebeneinander. Der Fluss ist hier breit, daher haben wir bequem Platz und können uns sogar unterhalten. Die Strömung ist eher langsam. Wir sehen kapitale Äschen und Forellen im Wasser stehen. Dann und wann steigt eine auf und schlürft genussvoll eine Fliege ein. Obwohl wir die gleichen Trockenfliegen verwenden, bleibt bei mir der Erfolg aus. Gerd hingegen hat schon zwei Forellen gefangen. „Irgendas machst du besser als ich!“ rufe ich ihm zu. „Ich kann einfach besser  werfen.“ seine Antwort. Ich wechsle die Fliege. Aber keine Chance. Gerd ist inzwischen mit einer großen Äsche beschäftigt.

Nach einer halben Stunde gebe ich auf – keine Möglichkeit, einen Fisch zu fangen. Genussvoll grinsend, setzt sich Gerd neben mich. „Mein Geheimnis ist das sinkende Vorfach“, gibt er endlich zu. „Dein Vorfach schwimmt, und die Fische sehen den Schatten. Probier`s aus, hier ist ein Stück.“  Drei herrliche Fische waren das Ergebnis.

Nicht die Dicke, die Schwimmfähigkeit entscheidet

Ich fische seit vierzig Jahren mit der Fliege. Meine Vorfächer waren uns sind entweder 0,14, 0,15 oder 0,16 Millimeter dick. Feinere Vorfächer sind an meinen wenig befischten Gewässern nicht nötig. Umso mehr habe ich die Diskussionen um die Stärke von Vorfächern mitverfolgt und eigene Versuche gemacht. Dabei hat sich herausgestellt, dass versunkene Vorfächern den schwimmenden klar überlegen sind. Nicht die Stärke entscheidet über den Fangerfolg, sondern ihre Sichbarkeit – sprich der Schatten, den sie nach unten Richtung Fische werfen. Liegt das Vorfach auf dem Wasser, so wirft es einen starken Schatten. Liegt es dagegen unter dem Wasser, gibt es praktisch keinen Schatten, der Fisch wird nicht abgeschreckt. Seit meinen Versuchen bin ich davon überzeugt und lasse alle schwimmenden Vorfächer daheim.

Ein Pitzenbauer-Ringerl ist ideal zum Befestigen der sinkenden Vorfächer

Sinkende Vorfächer schneiden sehr stark ein und können andere Schnüre beschädigen. Ich fische daher grundsätzlcih mit Pitzenbauer-Ringerln. Diese werden an das Ende des Haupt-Vorfachs geknotet. Vierzig Zentimeter reichen dabei aus. Wenn das sinkende Vorfach ausgetauscht werden muss, geht das einfach und schnell, sogar wenn es schon ein bisschen dunkel geworden ist. Hier ein Link zu den mir angeboteten Pitzenbauer Ringerl: Link zum Pitzenbauer