Wann haben Sie Ihren letzten Fliegenfischer-Kurs abgehalten?

Wann haben Sie Ihren letzten Fliegenfischer-Kurs abgehalten?

Der Sommer ist die richtige Zeit für einen Fliegenfischer-Kurs. Wenn Sie noch nie einen gegeben haben, erhalten Sie hier ein paar Tipps, worauf Sie achten müssen.

Als ich achtzehn Jahr alt war, bekam ich von meinem Vater seine Hardy Kohlefaser-Gerte geschenkt. „Mir ist die einfach zu schnell“, meinte mein Vater, und nun hatte ich das schnelle Gerät im fleißigen Einsatz. Zwei Jahre später besuchte ich einen Fliegenfischer-Kurs bei Rudi Heger in Siegsdorf. Voller Stolz warf ich mit meiner Hardy-Rute – bis sich der Trainer neben mir aufbaute. „Was werfen Sie denn mit dieser Rute so schnell? Das ist völlig falsch! Diese Gerte hat eine langsame Aktion, also müssen Sie sich anpassen und ebenfalls langsam werfen.“ Ich werfe meine Hardy heute noch, und jetzt schön moderat. Rollwürfe mache ich damit über zwanzig Meter hinweg, so viel Kraft bringt die durchgehende Aktion. Eine meiner besten Fliegenruten.

Seit dieser Zeit habe ich viele weitere Fliegenfischer-Kurse besucht – und gegeben. Eine Handvoll Interessierter findet sich immer. Das Vorgehen dabei ist sehr einfach. Zuerst machen wir eine Stunde Wurfübungen. Dabei lerne ich den Teilnehmern den normalen Wurf und den Rollwurf. Die zweite Stunde geht es dann ans Wasser, und dort zeigen mir dann die Schüler, ob sie das Gelernte umsetzen können.

Und die dritte Stunde? Ja, manchmal gibt es eine dritte oder sogar vierte Stunde im Biergarten. Dann krame ich meine alten und neuen Fliegenschachteln heraus, gebe Tipps zu den schönsten Fliegengewässern in Bayern und hole mir umgekehrt Anregungen etwa zum Fliegenfischen in Slowenien. Geben Sie auch mal einen Kurs, Sie werden Freude daran haben.

Das Vorfach – damit fischen die Meister

Das Vorfach – damit fischen die Meister

Ein gutes Vorfach ist das A und O der Fliegenfischerei. Es gibt Unmengen von Angaben für die Längen, die Sie verwenden können. Vier davon und eine Alternative finden Sie hier.

Altmeister Charles Ritz schreibt zum Vorfach: Das Ideal ist die längste Vorfachspitze, die sich noch gut unter Kontrollle halten lässt, wobei Verluste der Kraftübertragung so weit wie möglich vermieden werden sollten. Fazit: Das Vorfach sollte möglichst rasch verjüngt werden.

Seine Empfehlung für das Vorfach P.P.P. Normal für Forellen (2,80 Meter gesamt):

  • 1,10 Meter 0,45 mm
  • 0,90 Meter 0,40 mm
  • 0,15 Meter 0,35 mm
  • 0,15 Meter 0.30 mm
  • 0,50 Meter 0,25 mm
  • End-Monofil

Ritz`Empfehlung für das etwas feinere Äschen-Vorfach (2,80 Meter gesamt):

  • 0,90 Meter 0,45 mm
  • 0,80 Meter 0,40 mm
  • 0,15 Meter 0,35 mm
  • 0,15 Meter 0.30 mm
  • 0,15 Meter 0,25 mm
  • 0,15 Meter 0,20 mm
  • 0,50 Meter 0,17 mm
  • End-Monofil

Nymphen-Vorfach (2,20 Meter gesamt):

  • 0,20 Meter 0,35 mm
  • 0,20 Meter 0,30 mm
  • 0,40 Meter 0,25 mm
  • 0,40 Meter 0.20 mm
  • 1,00 Meter 0,17 mm bis 0,15 mm
  • End-Monofil

Hier noch ein interessantes Trockenfliegen-Vorfach, das von Gary Borger entwickelt wurde und trotz seiner nur drei Teile gut abrollt (3,30 Meter gesamt):

  • 1,50 Meter 0,35 mm
  • 0,80 Meter 0,25 mm
  • 1,0 Meter 0,17 mm
  • End-Monofil

Alternative: Geflochtene Vorfächer

Ich habe in meinem Leben viele Vorfächer gebunden und auch gut damit gefangen. Irgendwann wollte ich dann einfach etwas Neues. Seitdem fische ich mit geflochtenen Vorfächer. Meine ultrafeine Variante ist gedreht und wird vom Seidenschnur-Spezialisten Mike Brookes in Frankreich hergestellt. Sie ist 1,60 Meter lang. und fein verjüngt. An der Spitze ist eine kleine, sehr leichte Schlinge angebracht. An diese knote ich ein Monofil von 0,23 mm Durchmesser, an dessen Spitze ich einen Pitzenbauer-Ring befestige. Den Abschluss bildet das ca. 0,15 mm starke End-Monfoil mit rund 0,50 Meter Länge.

Mit diesem Vorfach komme ich sehr gut klar. Sein größter Vorteil ist, dass das End-Monofil schnell an den Pitzenbauer-Ring angenotet werden kann – das funktioniert auch bei wenig Licht. Als Alternative biete ich auch eine Version zum Nymphenfischen mit roter Spitze an, die man ebenfalls gut sieht.

Weitere Informationen zum Vorfach finden Sie hier: Ultrafeines Vorfach

 

 

 

 

Von Vorfächern – Eigenversuche

Von Vorfächern – Eigenversuche

Das Vorfach kann den Erfolg des Fischertages entscheiden. Welches soll ich nehmen und wie muss ich es befestigen?

Mein Freund Gerd und ich fischen nebeneinander. Der Fluss ist hier breit, daher haben wir bequem Platz und können uns sogar unterhalten. Die Strömung ist eher langsam. Wir sehen kapitale Äschen und Forellen im Wasser stehen. Dann und wann steigt eine auf und schlürft genussvoll eine Fliege ein. Obwohl wir die gleichen Trockenfliegen verwenden, bleibt bei mir der Erfolg aus. Gerd hingegen hat schon zwei Forellen gefangen. „Irgendas machst du besser als ich!“ rufe ich ihm zu. „Ich kann einfach besser  werfen.“ seine Antwort. Ich wechsle die Fliege. Aber keine Chance. Gerd ist inzwischen mit einer großen Äsche beschäftigt.

Nach einer halben Stunde gebe ich auf – keine Möglichkeit, einen Fisch zu fangen. Genussvoll grinsend, setzt sich Gerd neben mich. „Mein Geheimnis ist das sinkende Vorfach“, gibt er endlich zu. „Dein Vorfach schwimmt, und die Fische sehen den Schatten. Probier`s aus, hier ist ein Stück.“  Drei herrliche Fische waren das Ergebnis.

Nicht die Dicke, die Schwimmfähigkeit entscheidet

Ich fische seit vierzig Jahren mit der Fliege. Meine Vorfächer waren uns sind entweder 0,14, 0,15 oder 0,16 Millimeter dick. Feinere Vorfächer sind an meinen wenig befischten Gewässern nicht nötig. Umso mehr habe ich die Diskussionen um die Stärke von Vorfächern mitverfolgt und eigene Versuche gemacht. Dabei hat sich herausgestellt, dass versunkene Vorfächern den schwimmenden klar überlegen sind. Nicht die Stärke entscheidet über den Fangerfolg, sondern ihre Sichbarkeit – sprich der Schatten, den sie nach unten Richtung Fische werfen. Liegt das Vorfach auf dem Wasser, so wirft es einen starken Schatten. Liegt es dagegen unter dem Wasser, gibt es praktisch keinen Schatten, der Fisch wird nicht abgeschreckt. Seit meinen Versuchen bin ich davon überzeugt und lasse alle schwimmenden Vorfächer daheim.

Ein Pitzenbauer-Ringerl ist ideal zum Befestigen der sinkenden Vorfächer

Sinkende Vorfächer schneiden sehr stark ein und können andere Schnüre beschädigen. Ich fische daher grundsätzlcih mit Pitzenbauer-Ringerln. Diese werden an das Ende des Haupt-Vorfachs geknotet. Vierzig Zentimeter reichen dabei aus. Wenn das sinkende Vorfach ausgetauscht werden muss, geht das einfach und schnell, sogar wenn es schon ein bisschen dunkel geworden ist. Hier ein Link zu den mir angeboteten Pitzenbauer Ringerl: Link zum Pitzenbauer

Vier Tipps zum besseren Werfen

Vier Tipps zum besseren Werfen

Zum Werfen sind schon tausende von Seiten geschrieben worden. Ich werde Sie daher jetzt nicht mit einer neuen Abhandlung langweilen, sondern Ihnen vier einfache Tipps geben, wie Sie definitiv mehr Fische fangen können.

Tipp 1: Die Fliege muss vor dem Vorfach sein

Das hört sich einfach an, ist aber nicht ganz einfach. Wenn die Fliege vor dem Vorfach treiben soll, darf sie nicht zu steil nach oben geworfen werden, sonst schießt das Vorfach unten durch. Sollte es Ihnen dennoch passieren, ziehen Sie die Schnur ein wenig zurück bis die Fliege wieder vor dem Vorfach schwimmt. Erst dann können Sie sicher sein, dass das Vorfach nicht gesehen und der Fisch verscheucht wird. Diesen Tipp hat mir übrigens mein Freund Gerd gegeben und ich habe ihm viele schöne Fänge zu verdanken.

Tipp 2: Legen Sie die Schnur stromauf

Nach dem Wurf ein kleiner Schwipp aus dem Handgelenk stromaufwärts und schon macht Ihre Schnur eine schöne Rolle nach oben. Auf diese Weise beugen Sie dem Dreggen der Fliege vor, sie kann lange und unverdächtig auf dem Wasser treiben.

Tipp 3: Wechseln Sie die Uferseite

Vor drei Wochen war ich an einem wunderschönen bayerischen Gebirgsbach beim Fliegenfischen. Wir waren zu zweit, das Wetter war herrlich und das Wasser ideal.Den ganzen Tag standen wir im Wasser und fischten und fischten – ohne Ergebnis. Kein einziger Fisch.

Wir hatten schon zusammengepackt, da entdeckten wir einen Fischerkameraden, der von der anderen Uferseite aus fischte. Sein Ufer war schwer zugänglich, hohe Steine ragten aus dem Wasser, tiefe Stellen mussten vorsichtig umgangen werden. „Haben Sie was gefangen?“ fragten wir unseren Kameraden. „Ich fange einen Fisch nach dem anderen“ war seine Antwort. „Aber wenn ich auf Eurer Seite angeln würde, wäre mein Fangkorb jetzt auch leer, denn alle Fischer gehen auf Eurer Seite“.

Ich habe viel über diesen Satz nachgedacht und werde seinen Ratschlag befolgen. Ein Wechsel auf die andere Uferseite kann Wunder wirken.

Tipp 4: Fischen Sie stromauf

Erfahrene Fliegenfischer erkennt man oft daran, dass sie stromauf fischen. Ich weiß, es ist etwas mühsam, aber es lohnt sich. Der Grund ist, dass der Fliegenfischer von den Fischen nicht so leicht erkannt wird, denn Fische stehen immer mit dem Kopf stromaufwärts.

Gut ist es, wenn Sie sich Zeit nehmen. Stellen Sie sich in den Schatten, beobachten Sie in Ruhe das Gewässer und die Strömung. Auf einmal werden Sie die dunklen Fische erkennen und so gezielt anwerfen können. Nach etwa fünfzehn Minuten kommen auch diejenigen Fische zurück, die Sie durch Ihr Waten verscheucht haben.

Haben Sie auch einen Tipp?

Ich freue mich über jeden Kommentar zum Beitrag. Vielleicht haben Sie ja auch einen Ratschlag für mich, wie ich meine Technik verbessern kann.

 

 

 

Nachschnüre perfekt aufheben

Nachschnüre perfekt aufheben

Nachschnüre können uns Probleme bereiten, weil oft kleinere Mengen übrig bleiben. Damit sie sauber verstaut sind, bietet sich die Aufbewahrung auf einer alten Fliegenrolle an.

Sie kennen das: Nachschnüre bleiben oft übrig. Mal sind es fünf Meter, mal 50 Meter. Auch wenn sie ordentlich aufgerollt werden, liegen sie umher und bieten keinen Anhaltspunkt über die Länge der Leinen.

Ich habe das Problem jetzt sehr einfach gelöst: Meine RST-Highlight-Fliegenrolle wurde umfunktioniert in meinen Nachschnur-Speicher. Auf der Rolle im Bild sind derzeit fünf Nachschnüre enthalten, in unterschiedlichen Längen. Alle sind mit Schlingen miteinander verbunden, so kann ich sie abrollen, die passende Länge auswählen und die Reste wieder aufspulen. Das geht schnell und einfach.

Noch ein Tipp: Eine dicke Nachschnur unterfüttert auch klassische Fliegenrollen perfekt, denn sie bildet einen dicken Mantel um den feinen Spulenkern. Eine sehr gute Nachschnur von J.P. Thebault, dem französischen Seidenschnur-Hersteller, habe ich in meinem Programm. Damit können Sie zur Not auch von der Rolle aus drillen, denn die Schnur ist kräftig und handlich.

Link zum Thebault Backing

Die Irresistible: meine „Erste Wahl“-Fliege

Die Irresistible: meine „Erste Wahl“-Fliege

Immer wenn ich an ein neues Gewässer komme, ist die Irresistable in den Größen 10 oder 12 die Fliege, die ich als erste an mein Vorfach knüpfe. Das hat sich über Jahrzehnte schon zum Ritual entwickelt und sie ist zur Fliege meines Vertrauens geworden.

Herkunft

Die Irresistible basiert auf der Adams-Trockenfliege. Über die Herkunft des Musters scheiden sich die Geister. Einige sagen, dass die Irresistible von Joe Messinger aus Morgantown, West Virginia, kreiert wurde, während andere der Meinung sind, dass sie Harry Darbee aus Livingston Manor, New York, zugeschrieben werden muss. Auf jeden Fall handelt es sich um eine Variante der Adams mit einem konischen Körper aus Rehhaar. Dieser lässt die Fliege auch in schnellem Wasser bzw. In „Pocketwater“ hoch aufschwimmen und sorgt für eine gute Sichtbarkeit unter ungünstigen Bedingungen und im wilden Wasser.
Verwendung
In erster Linie wird die Irresistable zum Trockenfliegenfischen verwendet. Während der Schlüpfe von kleineren Eintagsfliegenarten, Mücken etc. ist sie sehr erfolgreich einsetzbar und wird in den passenden Größen von Forellen und Äschen, aber auch von Friedfischen wie Aitel, Hasel, Rotaugen und Lauben sehr gerne genommen.
Sie funktioniert übrigens auch als Nassfliege und als Schlitterfliege, denn Sie ist eine sehr gute Imitation eines Landinsektes.
Varianten
Von der Irresistable gibt es zahlreiche Varianten. Die meisten zeichnen sich durch einen kräftigen Körper aus Rehhaar aus, der dafür sorgt, dass die Fliege den ganzen Tag hoch schwimmt und sehr gut gesehen wird – auch im schnellen Wasser. Hier ein Link zu den Varianten: Variationen der Irresistable: Variationen der Irresistable
Bindeanleitung
Das Binden dieser typischen Forellenfliege ist nicht schwer. Wenn Sie es selbst versuchen möchten, können Sie sich an diesem Beitrag orientieren: Beitrag zur Irresistable
Danke für den Beitrag
Ich danke Bernhard Niedermair von www.tenkara-austria.at für diesen schönen Beitrag. Er stimmt völlig mit meiner eigenen Meinung über die Irresistable – zu Deutsch „Die Unwiderstehliche“ – ein.
Wenn Sie einmal etwas mehr wissen möchten über die allererste und sehr spannende Methode der Fliegenfischerei – das Tenkara-Fischen – schauen Sie doch  mal auf Bernhards Seite vorbei. Es lohnt sich.