Vier Tipps zum besseren Werfen

Vier Tipps zum besseren Werfen

Zum Werfen sind schon tausende von Seiten geschrieben worden. Ich werde Sie daher jetzt nicht mit einer neuen Abhandlung langweilen, sondern Ihnen vier einfache Tipps geben, wie Sie definitiv mehr Fische fangen können.

Tipp 1: Die Fliege muss vor dem Vorfach sein

Das hört sich einfach an, ist aber nicht ganz einfach. Wenn die Fliege vor dem Vorfach treiben soll, darf sie nicht zu steil nach oben geworfen werden, sonst schießt das Vorfach unten durch. Sollte es Ihnen dennoch passieren, ziehen Sie die Schnur ein wenig zurück bis die Fliege wieder vor dem Vorfach schwimmt. Erst dann können Sie sicher sein, dass das Vorfach nicht gesehen und der Fisch verscheucht wird. Diesen Tipp hat mir übrigens mein Freund Gerd gegeben und ich habe ihm viele schöne Fänge zu verdanken.

Tipp 2: Legen Sie die Schnur stromauf

Nach dem Wurf ein kleiner Schwipp aus dem Handgelenk stromaufwärts und schon macht Ihre Schnur eine schöne Rolle nach oben. Auf diese Weise beugen Sie dem Dreggen der Fliege vor, sie kann lange und unverdächtig auf dem Wasser treiben.

Tipp 3: Wechseln Sie die Uferseite

Vor drei Wochen war ich an einem wunderschönen bayerischen Gebirgsbach beim Fliegenfischen. Wir waren zu zweit, das Wetter war herrlich und das Wasser ideal.Den ganzen Tag standen wir im Wasser und fischten und fischten – ohne Ergebnis. Kein einziger Fisch.

Wir hatten schon zusammengepackt, da entdeckten wir einen Fischerkameraden, der von der anderen Uferseite aus fischte. Sein Ufer war schwer zugänglich, hohe Steine ragten aus dem Wasser, tiefe Stellen mussten vorsichtig umgangen werden. „Haben Sie was gefangen?“ fragten wir unseren Kameraden. „Ich fange einen Fisch nach dem anderen“ war seine Antwort. „Aber wenn ich auf Eurer Seite angeln würde, wäre mein Fangkorb jetzt auch leer, denn alle Fischer gehen auf Eurer Seite“.

Ich habe viel über diesen Satz nachgedacht und werde seinen Ratschlag befolgen. Ein Wechsel auf die andere Uferseite kann Wunder wirken.

Tipp 4: Fischen Sie stromauf

Erfahrene Fliegenfischer erkennt man oft daran, dass sie stromauf fischen. Ich weiß, es ist etwas mühsam, aber es lohnt sich. Der Grund ist, dass der Fliegenfischer von den Fischen nicht so leicht erkannt wird, denn Fische stehen immer mit dem Kopf stromaufwärts.

Gut ist es, wenn Sie sich Zeit nehmen. Stellen Sie sich in den Schatten, beobachten Sie in Ruhe das Gewässer und die Strömung. Auf einmal werden Sie die dunklen Fische erkennen und so gezielt anwerfen können. Nach etwa fünfzehn Minuten kommen auch diejenigen Fische zurück, die Sie durch Ihr Waten verscheucht haben.

Haben Sie auch einen Tipp?

Ich freue mich über jeden Kommentar zum Beitrag. Vielleicht haben Sie ja auch einen Ratschlag für mich, wie ich meine Technik verbessern kann.

 

 

 

Nachschnüre perfekt aufheben

Nachschnüre perfekt aufheben

Nachschnüre können uns Probleme bereiten, weil oft kleinere Mengen übrig bleiben. Damit sie sauber verstaut sind, bietet sich die Aufbewahrung auf einer alten Fliegenrolle an.

Sie kennen das: Nachschnüre bleiben oft übrig. Mal sind es fünf Meter, mal 50 Meter. Auch wenn sie ordentlich aufgerollt werden, liegen sie umher und bieten keinen Anhaltspunkt über die Länge der Leinen.

Ich habe das Problem jetzt sehr einfach gelöst: Meine RST-Highlight-Fliegenrolle wurde umfunktioniert in meinen Nachschnur-Speicher. Auf der Rolle im Bild sind derzeit fünf Nachschnüre enthalten, in unterschiedlichen Längen. Alle sind mit Schlingen miteinander verbunden, so kann ich sie abrollen, die passende Länge auswählen und die Reste wieder aufspulen. Das geht schnell und einfach.

Noch ein Tipp: Eine dicke Nachschnur unterfüttert auch klassische Fliegenrollen perfekt, denn sie bildet einen dicken Mantel um den feinen Spulenkern. Eine sehr gute Nachschnur von J.P. Thebault, dem französischen Seidenschnur-Hersteller, habe ich in meinem Programm. Damit können Sie zur Not auch von der Rolle aus drillen, denn die Schnur ist kräftig und handlich.

Link zum Thebault Backing

Die Irresistible: meine „Erste Wahl“-Fliege

Die Irresistible: meine „Erste Wahl“-Fliege

Immer wenn ich an ein neues Gewässer komme, ist die Irresistable in den Größen 10 oder 12 die Fliege, die ich als erste an mein Vorfach knüpfe. Das hat sich über Jahrzehnte schon zum Ritual entwickelt und sie ist zur Fliege meines Vertrauens geworden.

Herkunft

Die Irresistible basiert auf der Adams-Trockenfliege. Über die Herkunft des Musters scheiden sich die Geister. Einige sagen, dass die Irresistible von Joe Messinger aus Morgantown, West Virginia, kreiert wurde, während andere der Meinung sind, dass sie Harry Darbee aus Livingston Manor, New York, zugeschrieben werden muss. Auf jeden Fall handelt es sich um eine Variante der Adams mit einem konischen Körper aus Rehhaar. Dieser lässt die Fliege auch in schnellem Wasser bzw. In „Pocketwater“ hoch aufschwimmen und sorgt für eine gute Sichtbarkeit unter ungünstigen Bedingungen und im wilden Wasser.
Verwendung
In erster Linie wird die Irresistable zum Trockenfliegenfischen verwendet. Während der Schlüpfe von kleineren Eintagsfliegenarten, Mücken etc. ist sie sehr erfolgreich einsetzbar und wird in den passenden Größen von Forellen und Äschen, aber auch von Friedfischen wie Aitel, Hasel, Rotaugen und Lauben sehr gerne genommen.
Sie funktioniert übrigens auch als Nassfliege und als Schlitterfliege, denn Sie ist eine sehr gute Imitation eines Landinsektes.
Varianten
Von der Irresistable gibt es zahlreiche Varianten. Die meisten zeichnen sich durch einen kräftigen Körper aus Rehhaar aus, der dafür sorgt, dass die Fliege den ganzen Tag hoch schwimmt und sehr gut gesehen wird – auch im schnellen Wasser. Hier ein Link zu den Varianten: Variationen der Irresistable: Variationen der Irresistable
Bindeanleitung
Das Binden dieser typischen Forellenfliege ist nicht schwer. Wenn Sie es selbst versuchen möchten, können Sie sich an diesem Beitrag orientieren: Beitrag zur Irresistable
Danke für den Beitrag
Ich danke Bernhard Niedermair von www.tenkara-austria.at für diesen schönen Beitrag. Er stimmt völlig mit meiner eigenen Meinung über die Irresistable – zu Deutsch „Die Unwiderstehliche“ – ein.
Wenn Sie einmal etwas mehr wissen möchten über die allererste und sehr spannende Methode der Fliegenfischerei – das Tenkara-Fischen – schauen Sie doch  mal auf Bernhards Seite vorbei. Es lohnt sich.
 
Das Gewicht der schweren Fliegenschnüre richtig bestimmen

Das Gewicht der schweren Fliegenschnüre richtig bestimmen

Mein Beitrag zum Gewicht der Fliegenschnüre gilt für leichte Schnüre. Was aber gilt für schwere Schnüre? Wonach richten sich long belly, mid- und short belly Schnüre?
Diese Frage eines Kunden möchte ich hier gerne beantworten.

Auch bei schweren Schnüren gilt: Das Gewicht der ersten 9,14 Meter bestimmt die AFTM-Klasse

Als die AFTM-Tabelle für Schnurgewichte erarbeitet wurde, gab es noch keine short, medium, long-belly und andere Konfigurationen. Daher bestimmt auch hier das Gewicht der ersten 10 yards = 30 fuß = 9,14 m der Schnur ihr Gewicht. Das gilt für alle Arten von Schnüren, egal ob Parallele, DT oder WF und ohne den aus produktionstechnischen Gründen immer vorhandenen Level–Teil vor der Spitze von etwa ein bis zwei Fuß, also 30–60 cm. Das gilt für alle Längen von Schnüren, auch wenn sie 100 Meter lang sein sollten.

Eigene Gewichte für Zweihand-Schnüre

Das funktioniert sehr gut für die Forellenfischerei mit Einhandruten. Die 9,14 Meter sind eine brauchbare Durchschnittslänge außerhalb des Spitzenringes für diese Art der Fischerei. Drei Meter Rute plus 9 Meter Schnur plus 3 Meter Vorfach ergeben ja schon 15 Meter Reichweite. Das genügt für einen brauchbareren, ordentlicher Wurf.

Für die Zweihandfischerei war das aber nicht zufriedenstellend. Man fischt ja oft jenseits der 25 Meter, hat also in der Regel viel mehr Schnur außerhalb des Spitzenringes als besagte 9,14 Meter. Und da ist die AFTM-Klassifizierung nicht immer ausreichend. Da kommen dann die „neuen“ Schüre (long-. mid-, short-belly und Verwandte) ins Spiel, bei denen eine bestimmte Kopflänge (eben die der Schnur) ein bestimmtes Gewicht hat, das gerne in grains angegeben wird. Dieses Gewicht wurde in den „AFFTA approved spey line weight standards“ niedergeschrieben.

So finden Sie die AFFTA approved spey line weight standards

Bitte klicken Sie auf den folgenden Link: www.affta.org/wp-content/uploads/2012/…/spey_line_weights.pdf

Dort finden Sie die komplette Tabelle und können die für Sie geeignete Schnur auswählen.

Das Umrechnen von grains in Gramm können Sie hier sehr leicht machen:

https://www.setuptranslator.com/Gramm+in+Grain+umrechnen.php

Weiterführende Hinweise

Ich danke Herr Dr. Wolfram Schott für die freundliche Hilfe. Hier der Link zu seinen ausgezeichneten Anmerkungen zu Seidenschnüren: file:///C:/Users/Axel/AppData/Local/Temp/seidenschnuere.pdf

 

 

Mit Fischeiern zum Besatzerfolg

Mit Fischeiern zum Besatzerfolg

Seit Jahren beschäftige ich mich mit dem Besetzen der Forellengewässer mit Fischeiern. Der Erfolg ist prima. Gerne gebe ich Ihnen hier eine kleine Anleitung, wie es funktioniert.

Fische, die aus Eiern schlüpfen, sind hart im Nehmen. Im Gegensatz zum Besatz aus lebenden Fischen haben sie ein gutes Wildverhalten, sind extrem scheu und suchen sofort Deckung. Das ist der beste Schutz vor dem Kormoran und dem Gänsesäger. Ein regelmäßiger Besatz kann auch schwierige Gewässer wieder zu sehr guten Fischwassern machen. Es ist weniger schwierig als viele meinen.

Fische abholen

Im November erhalten wir einen Anruf von unserer Fischzucht: Die Eier der Bachforellen müssen jetzt abgeholt werden. In drei oder vier Tagen wird die Brut schlüpfen. In einem großen Eimer mit frischen Wasser erhalten wir rund 12.000 Eier. Wir bezahlen dafür etwa 180 Euro. Am Fischwasser wird der Kübel zunächst an die aktuelle Wassertemperatur angepasst, dazu tauschen wir das Wasser im Eimer langsam aus. Jetzt kann es losgehen.

Schon im Sommer haben wir fünf große Drahtkäfige an guten Stellen im Wasser deponiert. „Gut“ heißt, dass sie leicht zu erreichen sind, etwa 40 Zentimeter tief liegen und von frischem Wasser umspült werden. Die Drahtkäfige sind innen mit einer dicken Schicht Steine beschwert, so bleiben sie auf dem Grund liegen und können nicht weggeschwemmt werden.

Mit Brutboxen besetzen

Jeder der Käfige wird jetzt mit vier Brutboxen besetzt. In jede einzelne Brutbox kommt ein Schwung Forelleneier, das entspricht ziemlich genau einem kleinen Küchensieb, siehe Bild. Dann werden die Brutboxen und die Käfige geschlossen und beschwert, so dass sie auch dann auf dem Grund liegen bleiben, wenn ein schweres Hochwasser kommen sollte.

Nach einer Woche wird kontrolliert: Wie viele Eier sind verlassen worden? Wie viele Eier sind kaputt gegangen? Die Kontrolle wird mindestens einmal in der Woche vier Wochen lang wiederholt. So lange kann es dauern bis alle Fische geschlüpft sind. Achtung: Hochwasser führen in der Regel dazu, dass die Käfige und die Brutboxen in kurzer Zeit stark verschmutzen. Daher müssen bei jedem Hochwasser häufig sauber gemacht werden!

Unsere Erfolgsquote ist in der Regel sehr hoch: Nur ein paar Eier müssen entfernt werden, die anderen sind leer. Die kleinen Fischchen mit ihren Dottersäcken haben sich auf den Boden der Brutboxen niedergelassen. Sobald der Dottersack aufgebraucht ist, schlüpfen sie in die Steine, auf dem die Drahtkäfige liegen, und bleiben dort mehrere Wochen bis sie sich ins offene Wasser trauen.

Nach ein paar Jahren zeigt sich der Erfolg

Ich habe erlebt, wie unser Bach aufgrund dieser Besatzmaßnahmen wieder zum attraktiven Angelgewässer wurde. Wenn ich jetzt ins Kraut steige, schwirren sofort kleine und mittelgroße Fische nach allen Seiten weg. Diese Population mit Fischen aller Größen ist so ziemlich das beste, was einem guten Forellengewässer passieren kann. Versuchen Sie es – es lohnt sich.

Wenn Sie weitere Informationen suchen, kann ich Ihnen die Website des Fischereivereins Zusmarshausen empfehlen, siehe http://www.fischereiverein-zusmarshausen.de/index.php/gewaesser/129-naturnaher-bachforellenbesatz-durch-brutboxen-an-der-zusam

Emerger: Sie bleiben unten

Emerger: Sie bleiben unten

Die Fische steigen und steigen. Ein Ring hinter dem anderen. Seit einer Stunde versuchen Sie es mit allen Fliegen aus der Trockenbox. Es ist nichts zu machen. Dann kommt ein Kollege und schaut Ihnen lächelnd über die Schulter. Und gibt Ihnen seinen letzten Emerger. Gewonnen!

Diese Situation kenne ich sehr gut. Ich habe sie als Jugendlicher zusammen mit meinem Vater erlebt. Wir waren im Allgäu an der Wertach beim Fischen. Rings um uns herum ein fleißiges Steigen – nur auf unsere Fliegen tat sich gar nichts. Kein einziger Biss. Dann war es plötzlich vorbei, und wir wussten nicht, was wir falsch gemacht hatten.

Was sind Emerger?

Das Wort „Emerge“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Auskriecher“. So kann man die Fliegen beschreiben, die sich dicht unter der Wasseroberfläche von ihrer Nymphenhülle befreien und sie abstreifen. Diese Fliegen kommen also nicht an die Oberfläche des Wassers, sondern bleiben darunter. Damit sind sie eine besonders leichte Beute für die Fische und entsprechend begehrt. Wenn Emerger schlüpfen, können Sie Ihre Forellen und Äschen also nur mit Emergern fangen.

Am Fisch gut erkennbar

Steigt eine Forelle auf eine Trockenfliege, so sieht man das. Ihr Maul kommt aus dem Wasser, oft können Sie sogar den weißen Schlund des Fisches erkennen. Beim Einsaugen der Emerger dagegen durchbricht nicht das Maul die Wasseroberfläche, sondern der Rücken des Fisches. Das Steigen ist also gar kein Steigen, sondern ein elegantes Einsaugen der Nahrung unter Wasser. Sie erkennen den kleiner Schwall recht gut, und mit ein wenig Übung können Sie ihn gut vom Steigen unterscheiden.

So sehen gute Emerger aus

Ein guter Emerger ist sehr einfach zu binden:

  • Shrimp-Haken in den Größe 10 und kleiner
  • Oranger Bindefaden
  • Körper aus dunklem Antron-Dubbing
  • Flügel aus CDC-Federn natur
  • Thorax aus orangem Antron-Dubbing
  • Als Rippung einen dünnen Silberfaden verwenden

Der Witz des Emergers sind die CDC-Federn der Flügel. Sie müssen nicht nach oben, sondern nach vorne gebunden werden, so dass sie wie ein Fallschirm wirken, der den Haken senkrecht nach unten zieht.

Nur die Flügel werden ganz leicht gefettet, der Rest des Körpers auf keinen Fall, denn der er darf nicht schwimmen, sondern muss untertauchen (siehe mein Bild).

Die Fliege sollte nicht bewegt werden, sie bleibt still im Oberflächenfilm oder darunter liegen.

Und wenn Sie keine Emerger dabei haben? Auch kein Problem!

Nehmen Sie eine kleine Trockenfliege. Schneiden Sie die Schwanzfäden ab. Entfernen Sie die Hecheln am Bauch der Fliege und binden die Hecheln am Rücken mit einem einfachen Faden von hinten nach vorne bis sie über den Kopf der Fliege stehen. Ein Tropfen Fett auf die Hechel und es kann losgehen. Sie werden sehen, das klappt wunderbar.