Seit Jahren beschäftige ich mich mit dem Besetzen der Forellengewässer mit Fischeiern. Der Erfolg ist prima. Gerne gebe ich Ihnen hier eine kleine Anleitung, wie es funktioniert.

Fische, die aus Eiern schlüpfen, sind hart im Nehmen. Im Gegensatz zum Besatz aus lebenden Fischen haben sie ein gutes Wildverhalten, sind extrem scheu und suchen sofort Deckung. Das ist der beste Schutz vor dem Kormoran und dem Gänsesäger. Ein regelmäßiger Besatz kann auch schwierige Gewässer wieder zu sehr guten Fischwassern machen. Es ist weniger schwierig als viele meinen.

Fische abholen

Im November erhalten wir einen Anruf von unserer Fischzucht: Die Eier der Bachforellen müssen jetzt abgeholt werden. In drei oder vier Tagen wird die Brut schlüpfen. In einem großen Eimer mit frischen Wasser erhalten wir rund 12.000 Eier. Wir bezahlen dafür etwa 180 Euro. Am Fischwasser wird der Kübel zunächst an die aktuelle Wassertemperatur angepasst, dazu tauschen wir das Wasser im Eimer langsam aus. Jetzt kann es losgehen.

Schon im Sommer haben wir fünf große Drahtkäfige an guten Stellen im Wasser deponiert. „Gut“ heißt, dass sie leicht zu erreichen sind, etwa 40 Zentimeter tief liegen und von frischem Wasser umspült werden. Die Drahtkäfige sind innen mit einer dicken Schicht Steine beschwert, so bleiben sie auf dem Grund liegen und können nicht weggeschwemmt werden.

Mit Brutboxen besetzen

Jeder der Käfige wird jetzt mit vier Brutboxen besetzt. In jede einzelne Brutbox kommt ein Schwung Forelleneier, das entspricht ziemlich genau einem kleinen Küchensieb, siehe Bild. Dann werden die Brutboxen und die Käfige geschlossen und beschwert, so dass sie auch dann auf dem Grund liegen bleiben, wenn ein schweres Hochwasser kommen sollte.

Nach einer Woche wird kontrolliert: Wie viele Eier sind verlassen worden? Wie viele Eier sind kaputt gegangen? Die Kontrolle wird mindestens einmal in der Woche vier Wochen lang wiederholt. So lange kann es dauern bis alle Fische geschlüpft sind. Achtung: Hochwasser führen in der Regel dazu, dass die Käfige und die Brutboxen in kurzer Zeit stark verschmutzen. Daher müssen bei jedem Hochwasser häufig sauber gemacht werden!

Unsere Erfolgsquote ist in der Regel sehr hoch: Nur ein paar Eier müssen entfernt werden, die anderen sind leer. Die kleinen Fischchen mit ihren Dottersäcken haben sich auf den Boden der Brutboxen niedergelassen. Sobald der Dottersack aufgebraucht ist, schlüpfen sie in die Steine, auf dem die Drahtkäfige liegen, und bleiben dort mehrere Wochen bis sie sich ins offene Wasser trauen.

Nach ein paar Jahren zeigt sich der Erfolg

Ich habe erlebt, wie unser Bach aufgrund dieser Besatzmaßnahmen wieder zum attraktiven Angelgewässer wurde. Wenn ich jetzt ins Kraut steige, schwirren sofort kleine und mittelgroße Fische nach allen Seiten weg. Diese Population mit Fischen aller Größen ist so ziemlich das beste, was einem guten Forellengewässer passieren kann. Versuchen Sie es – es lohnt sich.

Wenn Sie weitere Informationen suchen, kann ich Ihnen die Website des Fischereivereins Zusmarshausen empfehlen, siehe http://www.fischereiverein-zusmarshausen.de/index.php/gewaesser/129-naturnaher-bachforellenbesatz-durch-brutboxen-an-der-zusam